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Wenn Beschäftigung am Hund vorbei geht & warum Mantrailing als Enrichment einen Ausweg bieten kann


Menschen lieben ihre Hunde. Also suchen sie Beschäftigungen und Hobbies. Kurse werden gebucht, Equipment gekauft, das Training wird ehrgeizig verfolgt. Aber wie oft wird die Frage gestellt:


"Was hat eigentlich mein Hund davon?"


Viele Hundesportarten haben einen grundsätzlich positiven Kern: die Menschen wollen Zeit mit ihren Hunden verbringen und ihnen eine Aufgabe bieten.


Es entsteht jedoch häufig ein Spannungsfeld zwischen ursprünglicher Idee und der praktischen Umsetzung. Mit zunehmender Spezialisierung entstehen:


  • standardisierte und umfassende Regelwerke

  • leistungsorientierte Trainingsziele

  • starre Vergleichs- und Bewertungssysteme

  • extrem hohe Präzisionsanforderungen


Damit rückt nicht selten die Befriedigung zentraler Bedürfnisse des Hundes in den Hintergrund, während Präzision, Tempo, Punktzahlen oder Turniererfolge zum maßgeblichen Bewertungsmaßstab werden.

 

Zentrale Bedürfnisse des Hundes im Kontext von Beschäftigung


Zum Glücklichsein brauchen Hunde Exploration, sensorische Anregung, die Möglichkeit zur Problemlösung und kognitive Herausforderungen (Stimulanz). Er soll erleben dürfen, dass sein Handeln etwas bewirkt, er auf Situationen Einfluss nehmen kann und sein Handeln gesehen wird (Selbstwirksamkeit). Dazu kommen verlässliche Strukturen, Unterstützung in herausfordernden Situationen und das Gefühl, nicht überfordert zu sein (Sicherheit). Diese drei Grundbedürfnisse gehören untrennbar zusammen. Gute und sinnvolle Beschäftigung spricht deshalb immer alle drei Ebenen an – sie fordert, ohne zu überfordern und stärkt, ohne Druck aufzubauen. Dabei immer zentral: die Möglichkeit „nein“ zu sagen.


Mantrailing als funktionale Suchaufgabe


Mantrailing ist eine Form der Personensuche, bei der der Hund anhand eines individuellen Geruchsartikels die Spur einer bestimmten Person verfolgt. Dabei arbeitet er selbstständig mit seiner Nase, trifft Richtungsentscheidungen eigenständig und wird vom Menschen lediglich begleitet und abgesichert. Im Zentrum stehen die olfaktorische Arbeit, eine kooperative Teamarbeit und das Vertrauen in die Fähigkeiten des Hundes. Im Unterschied zu den meisten anderen sportlich geprägten Disziplinen kennzeichnet Mantrailing insbesondere:


  • Der Hund führt – nicht der Mensch

  • Fokus auf Prozess – nicht auf Optik

  • Arbeit in der biologischen Kernkompetenz


Enrichment als Qualitätsmerkmal im Mantrailing

 

Mantrailing erfüllt aber nur dann seine positiven Effekte, wenn der Trainingsaufbau kleinschrittig erfolgt, Erfolgserlebnisse in jeder Trainingseinheit stattfinden, der Schwierigkeitsgrad an das individuelle Team angepasst wird und kein Zeit- oder Leistungsdruck entsteht.

 

Der Enrichment-Gedanke geht dabei noch viel tiefer und umfasst die gesamte Haltung gegenüber dem Hund und eine daran angepasste Trainingsgestaltung.

 

Ernährung 

Wir erreichen eine artgerechte Fütterung, mit der der Hund einen Teil seines Futters im Rahmen einer Suchaufgabe finden und vertilgen kann.

 

Umwelt

Durch klug und individuell ausgesuchte Trainingsorte und Trails erreichen wir ein passendes Maß an Stimulanz durch Umweltreize. Hier ist insbesondere wichtig, dass wir den Hund nicht in Situationen bringen oder mit Reizen konfrontieren, die er (noch) nicht schaffen kann. Der Trail soll Spaß und Abwechslung bringen – keine Angst.

 

Gesundheit

Beschäftigung muss zwingend immer den Gesundheitszustand jedes Hundes, zu jedem Zeitpunkt berücksichtigen. Junghunde, Senioren oder Hunde mit einem gesundheitlichen Thema können genauso teilnehmen, sofern alle Aspekte der Trainingseinheit auf ihren psychischen und physischen Zustand angepasst werden.

 

Selbstwirksamkeit & Kontrolle

Beim Mantrailing übernimmt der Hund die inhaltliche Führung: Er entscheidet über Weg, Tempo und Richtung und erlebt, dass seine Wahrnehmung maßgeblich zum Erfolg führt. Diese eigenständige Entscheidungsfreiheit schafft Selbstwirksamkeit und vermittelt ihm echte Kontrolle innerhalb einer klaren, sicheren Struktur.

 

Emotionen

Alle genannten Aspekte münden letztlich in diesen Punkt: dem emotionalen Zustand des Hundes. Wenn auch alles andere passt – fühlt er sich nicht wohl, kann alles andere nicht greifen. Ein stabiler mentaler Zustand bedeutet nicht das gänzliche Fehlen negativer Emotionen, sondern die Fähigkeit, mit ihnen umgehen zu können – durch Zuversicht, Neugier und innerer Gelassenheit.

 

Zum Schluss …


Vielleicht ist die wichtigste Frage bei jeder Beschäftigung nicht: „Was können wir erreichen?“, sondern:


„Wie geht´s meinem Hund dabei?“


Wenn wir beginnen, so zu denken, verändert sich Training, Hundesport und die Beziehung zu unserem Hund...und manchmal sogar wir selbst.


Du hast jetzt Lust bekommen, deinen Hund zum Helden werden zu lassen und als Team noch weiter zusammen zu wachsen? Melde dich gerne an. Ich freue mich auf euch! https://www.mithundeinander.de/training/mantrailing-als-enrichment/


Krissy von MITHUNDEINANDER - Training für Menschen mit Hund

 
 
 

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